„Das Lerndorf versteht sich nicht als Experimentierfeld. Es ist die Praxis dessen, was die Forschung einfordert.“ Von Beginn an begleitet die OVGU das Lerndorf Klein Wanzleben wissenschaftlich – mit fünf Forschungsclustern und einer in Sachsen-Anhalt einzigartigen Langzeitperspektive.
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) begleitet das Lerndorf Klein Wanzleben wissenschaftlich – von der Konzeptphase an. Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan hat im April 2026 seine Unterstützung zugesagt; am 12. Mai 2026 wurde ein Letter of Intent (unter Downloads verfügbar) unterzeichnet, der die gemeinsame Arbeit besiegelt. Fünf Forschungscluster sind bereits benannt – besetzt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sportpädagogik, KI-gestützter Sprachdiagnostik, MINT-Bildungsforschung und übergreifender Längsschnittbeobachtung.
Wenn die Daten eine Frage aufwerfen, landet sie nicht in einer Veröffentlichung, die niemand im Lerndorf liest. Sie landet auf dem Tisch des pädagogischen Teams – und bleibt dort, bis gemeinsam ein Weg gefunden ist.
Ko-Konstruktion – das Grundprinzip der Zusammenarbeit


Das Lerndorf begleitet Kinder von der Krippe bis zum Abitur an einem einzigen Ort, unter einem Träger, ohne Institutionenwechsel. Damit entsteht in Sachsen-Anhalt erstmals die Möglichkeit, eine vollständige Bildungsbiografie über bis zu 19 Jahre hinweg unter konsistenten pädagogischen Bedingungen wissenschaftlich zu begleiten. Weil Kita-Bereich und Grund- Sekundar- und Oberstufe auf dem Campus in unmittelbarer Nähe liegen, ist die altersgemischte Begegnung von Kindern kein Sonderprogramm, sondern gelebter Alltag – eine Struktur, die andernorts kaum realisierbar ist.

Jedes Cluster verbindet eine wissenschaftliche Fragestellung mit einer aktiven Rolle im pädagogischen Alltag: Die Forschenden beobachten nicht nur, sie bringen ihre Erkenntnisse direkt ins Team ein.
Früherkennung und Intervention bei psychischen Belastungen in Kita und Schule. Prävention von Schulangst und Schulabsentismus. Fundament für das Lerndorf-Prinzip ‚Lernen ohne Angst': Lehrkraft-Fortbildung, Screening-Instrumente, Gestaltung der Übergänge.

Bewegungsförderung, die Generationen verbindet: Kinder, Eltern und Senioren gemeinsam in Bewegungsangeboten. Relevanz für das Lerndorf: Direkte Verbindung zum Lerndorf-Konzept des‚ ganzen Dorfes als Bildungsraum: Generationenprojekte in Werkstätten und Außengelände. Integration von bewegung in den gesamten Schulalltag.


Wie können KI-basierte Assistenztechnologien für die Bildungs- und Entwicklungsdokumentation in Übergängen aus der Perspektive von Kindern, Eltern und Pädagog:innen gestaltet werden? Welche Formen KI-gestützter Partizipation (Demokratiebildung) begünstigen kindbezogene Übergänge zwischen den Stufen (Organisationsentwicklung)? Wie kann die Medienbildung als ein durchgängiges Konzept – von der Kita bis zum Schulabschluss – unter Beteiligung der Kinder und Familien umgesetzt werden?
Wann entsteht mathematisches und naturwissenschaftliches Interesse – und wie wirkt sich frühes, situiertes Lernen im Alltag darauf aus? Aufbau eines MINT-Netzwerks in Sachsen-Anhalt. Entwicklung außerschulischer Lernorte für Mathematik und Naturwissenschaften. Curriculum-Entwicklung für durchgängige MINT-Bildung: MINT-Curriculum vom ersten Kita-Tag bis zum Abitur; Konzeption des Naturwissenschaftslabors und Schulgartens als Lernorte; Vernetzung mit regionalen Unternehmen

Das Lerndorf ist eine der wenigen Institutionen in Deutschland, in der eine vollständige Bildungsbiografie von Geburt bis Abitur unter konsistenten Bedingungen beobachtet werden kann – ohne Trägerwechsel, ohne Datenlücken. Für die Bildungsforschung entsteht damit ein einzigartiger, clusterübergreifender Datensatz zu Wohlbefinden, Bewegung, Sprache und MINT-Entwicklung.
Dr. Volker-Uwe Kirbs koordiniert als Persönlicher Referent des Rektors die Arbeit der Forschergruppe


Pädagogische Angebote, die auf Grundlage echter Beobachtung gemeinsam mit dem Team weiterentwickelt werden – nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Evidenz.
Qualitätssicherung durch eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung – ein zusätzliches Vertrauenssignal für ein neues pädagogisches Konzept.
Ein einzigartiges Praxislabor für Langzeitforschung im ländlichen Raum – Daten, die andernorts aufgrund von Trägerwechseln und Institutionenbrüchen gar nicht erst entstehen.
Übertragbare Erkenntnisse für „Bildungsland Sachsen-Anhalt 2035“ – etwa zu Übergängen, Sprachdiagnostik, Bewegungsförderung und MINT-Bildung im ländlichen Raum.

Sie forschen selbst zu Bildung, kindlicher Entwicklung oder ländlichem Raum und möchten Teil der wissenschaftlichen Begleitung werden? Oder Sie vertreten eine Stiftung und möchten diese Kooperation unterstützen?

Unsere Ziele sind äußerst anspruchsvoll, bedeutet es doch, das Beste aus den Erfahrungen unterschiedlichster Institutionen zusammenzuführen und die Zersplitterung der deutschen Bildungslandschaft aufzuheben. Dies können wir nur mit einer breiten Beteiligung unterschiedlichster Menschen erreichen.